Gründungs- und Aufbauphase

Die Uni­ver­si­tät Augs­burg wur­de 1970 als Re­for­m­u­ni­ver­si­tät ge­grün­det, und ei­ner der Re­form­ge­dan­ken war - aus­ge­löst durch die For­de­run­gen der "1968"-er Stu­den­ten­be­we­gung und spä­ter auch des an­ge­se­he­nen Club of Ro­me nach "Öff­nung der Hoch­schu­le", "ex­tra­mu­ra­ler Bil­dung" und "De­mo­k­ra­ti­sie­rung des Bil­dungs­wis­sens" - die tra­di­tio­nel­len Auf­ga­ben der For­schung und Leh­re durch das da­mals sog. "stän­di­ge Ler­nen" zu er­gän­zen.

Ent­sp­re­chend sah der Grün­dungs­va­ter der Uni­ver­si­tät Augs­burg, Prof. Dr. Louis Per­ri­don, die Wei­ter­bil­dung als gleich­be­rech­tig­tes Tä­tig­keits­feld der Hoch­schu­le ne­ben For­schung und Leh­re. Sei­ne The­se lau­te­te: "For­schung muss sich in der Pra­xis be­wäh­ren - so­wohl be­rufs­bil­dend als auch wei­ter­bil­dend. For­schung er­hält ih­re Le­giti­ma­ti­on aus der Pra­xis!" Schon der ers­te Ent­wurf des Baye­ri­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums für die Ver­fas­sung der Uni­ver­si­tät Augs­burg vom Sep­tem­ber 1970 sah da­her ein sog. "Kon­takt­stu­di­um" als in­te­gra­len Be­stand­teil des Re­form­kon­zepts vor.

Die ers­te Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung des "Kon­takt­stu­di­ums" fand am 25.09.1971 statt, noch be­vor das "Kon­takt­stu­di­um" of­fi­zi­ell in der ers­ten vor­läu­fi­gen Ver­fas­sung der Uni­ver­si­tät Augs­burg vom 02.02.1972 be­rück­sich­tigt wur­de. Die Pro­gramm­ent­wick­lung des "Kon­takt­stu­di­ums" wur­de seit 1973 durch Dr. Mi­cha­el Kochs ge­lei­tet, der sich auch maß­geb­lich für des­sen wei­te­ren Aus­bau en­ga­gier­te. Im Jahr 1974 star­te­te der Mo­dell­ver­such "kon­takt­stu­di­um ma­na­ge­ment", der von der Bund-Län­der-Kom­mis­si­on (BLK) für Be­rufs­pla­nung und For­schungs­för­de­rung über 8 Jah­re an­schub­fi­nan­ziert wur­de.

Das Jahr 1974 kann da­mit  als ei­gent­li­ches Start­jahr für das heu­ti­ge ZWW iden­ti­fi­ziert wer­den, weil es mit mit den Res­sour­cen des "kon­takt­stu­di­um ma­na­ge­ment" erst­ma­lig mög­lich war, die Wei­ter­bil­dung vom vor­ma­li­gen uni­ver­si­tä­ren Auf­ga­ben­be­reich in die Form und Ar­beits­wei­se ei­nes ei­gen­stän­di­gen In­sti­tuts zu über­füh­ren. Fi­nan­ziert wur­den da­bei ei­ne per­so­nel­le Grund­aus­stat­tung von 6 Be­schäf­tig­ten (3 Se­k­re­tä­r­in­nen und 3 wiss. Mit­ar­bei­ter) und die Sach­mit­tel, die zur Durch­füh­rung von Wei­ter­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen für Füh­rungs­kräf­te not­wen­dig wa­ren.

Das kon­takt­stu­di­um ma­na­ge­ment hat et­wa 150 kos­ten­lo­se Wo­che­n­end­kur­se im Jahr zu den "hard skills" und "soft skills" von Füh­rungs­kräf­ten an der Uni­ver­si­tät Augs­burg durch­ge­führt. Es ent­stand ein "bun­ter Strauß" von in­ter­es­san­ten, krea­ti­ven und mit­un­ter auch exo­tisch an­mu­ten­den Wei­ter­bil­dung­s­an­ge­bo­ten - wie z.B. "Frak­ta­le Or­ga­ni­sa­ti­on", "Me­di­ta­ti­on im Be­ne­dek­ti­ner-Klos­ter" oder "Schwert­Weg für Ma­na­ger" - die von jähr­lich et­wa 2000 Teil­neh­mer(in­ne)n nach­ge­fragt wur­den. In die­ses ab­wechs­lungs­rei­che Ver­an­stal­tungs­bild füg­ten sich naht­los auch di­ver­se Aus­lands­se­mi­na­re und der ein­mal jähr­lich statt­fin­den­de Schwä­b­i­sche Kunst­som­mer.

Im Jahr 1982 lief die An­schub­fi­nan­zie­rung aus, wo­bei die Uni­ver­si­tät Augs­burg die per­so­nel­le Grund­aus­stat­tung bei­be­hielt und dem "kon­takt­stu­di­um ma­na­ge­ment" ei­nen ge­ring­fü­g­i­gen Sach­mit­tel-Etat zur Ver­fü­gung stell­te. Um die Ein­nah­me­si­tua­ti­on zur Auf­rech­t­er­hal­tung des "kon­takt­stu­di­um ma­na­ge­ment" an der Uni­ver­si­tät Augs­burg zu ver­bes­sern, wur­de seit 1982 ein gro­ßer Teil des Wei­ter­bil­dung­s­pro­gramms durch die gro­ßen Au­to­mo­bil­kon­zer­ne im Um­feld von Augs­burg fi­nan­ziert, so dass die Ver­an­stal­tun­gen re­gel­mä­ß­ig auch an an­de­ren Lehr­stand­or­ten ne­ben der Uni­ver­s­ti­tät durch­ge­führt wur­den: so in In­gol­stadt (Au­di), Mün­chen (BMW), Stutt­gart (Daim­ler-Benz), aber auch an der FH Neu-Ulm und im Klos­ter Ir­see.