Was bedeutet eigentlich Change Management?

Oft gehört, gern verwendet und doch für viele noch immer ein eher abstrakter Begriff: "Change" oder "Change Management" ist das Schlagwort der Stunde. Eine offizielle und einheitliche Definition gibt es nicht - kein Wunder, schließlich wollen Veränderungen im Unternehmen gelebt statt nur ausgerufen werden. Wir klären auf: Alexander Meiler, ZWW-Dozent im Zertifikatskurs Change Manager, beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Change Management.

Was macht ein Change Manager?

Kurzgesagt: ein Change Manager unterstützt Unternehmen oder Projekte bei der Umsetzung von notwendigen Veränderungen (z.B. Digitalisierung, Zusammenlegung von Arbeitsbereichen, Prozessoptimierungen etc.).

Neben der Entwicklung einer gemeinsamen Vision ist die zentrale Herausforderung des Change Managers, den Wandel „lebendig“ und real zu machen und die Mitarbeiter auf diesem Weg auch mitzunehmen (Transparenz und Kommunikationsfähigkeit), damit die Veränderung auch Erfolg hat. Das bedeutet zu seinen spannenden Aufgaben gehört die Planung, Initiierung und Umsetzung von neuen Strategien, Strukturen und Verhaltensweisen.

Warum ist ein nachhaltiges Changemanagement nicht nur für Konzerne, sondern auch für kleine und mittelständische Unternehmen wichtig?

Nach meinem Erleben ist es für jedes Unternehmen, ob Konzern oder ein kleineres mittelständisches Unternehmen aktuell entscheidend, wie sie notwendige Veränderungen erfolgreich und schnell umsetzen können, um im Wettbewerb weiterhin mithalten zu können. Ein trauriges, aber deutliches Beispiel ist für mich immer wieder die Frage an meine Teilnehmer, wer ein Nokia Handy besessen hat. Ca. 80 % der TN hatten einmal ein Handy des damaligen Marktführers. Heute ist der Marktanteil marginal.
Das Gleiche passiert jedem Unternehmen, das auf Veränderungen nicht vorbereitet ist.  Daneben wurden vor einigen Jahren Produkte oder Dienstleistungen häufig noch isoliert in Veränderungsprozessen betrachtet.

Heute hat eine Veränderung oft Auswirkung auf das gesamte Geschäftsmodell. Möchte ein mittelständisches Unternehmen beispielsweise verstärkt in industriellen Dienstleistungen einsteigen, so verändert dies nicht nur den Service, sondern Einkauf, Entwicklung, Fertigung, Personalentwicklung und nicht zuletzt die gesamte Unternehmenskultur.

Kurz gesagt die Dynamik des Unternehmens sollte äquivalent der Dynamik des Marktes sein. Aus meiner Erfahrung ist für Mittelständer die Gestaltung von Change-Prozessen sogar häufig noch wichtiger als für Großkonzerne, da sie noch mehr von der Identifikation und Loyalität ihrer Mitarbeiter leben und die Veränderung nur gemeinsam erfolgreich sein kann.

Warum braucht man nicht nur in Krisensituationen einen Change Manager?

Es heißt ja nicht Krisenmanager, sondern Change Manager! Dies bedeutet für mich, ein Wandel, eine Veränderung, hat nur begrenzt mit Krisen zu tun. Jedes Unternehmen unterliegt doch einen stetigen Wandel, aus diesem Grund werden immer und nicht nur in Krisenzeiten die Kompetenzen und Erfahrungen eines Change Managers benötigt.

Für mich ist das Thema Change eine kontinuierliche Führungsaufgabe, dies sollte sich jede Führungskraft bewusstmachen.

Was macht die Weiterbildung zum Change Manager am ZWW der Uni Augsburg so besonders?

Zum einen kommen die Dozenten selbst aus der Praxis, dies bedeutet das die vermittelte Theorie und aktuellen Ansätze auch jeweils praxiserprobt sind und der eigene Erfahrungsschatz gemeinsam reflektiert werden kann. Zum anderen ist das Lernklima in der konstanten kleinen Gruppe sehr angenehm. Als Rückmeldung von den Teilnehmern höre ich immer wieder, dass genügend Zeit für ihre individuellen Anliegen war und der unterschiedliche berufliche Kontext der Teilnehmer eine Bereicherung darstellt. Dieser Erfahrungsaustausch wird als sehr hilfreich erlebt.