ob klassisch, agil oder hybrid – wie vermeidet oder handelt man Eskalationen auf professionelle Art und Weise

„Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“ (Max Frisch) – oder

Wie nutze ich die Potentiale die ein Konflikt mit sich bringt ohne in eine Eskalation zu rutschen

Jeder weiß es: Projekte bergen Konfliktpotenzial. Was man aber nur unklar vorhersagen kann: wann eskaliert eine Situation? Also sollte man vorbereitet sein. Das wichtigste dabei ist dass man es immer mit Menschen mit unterschiedlichen Ansichten, Erfahrung, Background zu tun hat und dafür offen sein sollte.

Herr Wagenhals zeigte gleich zu Beginn in sehr lebendiger Art und Weise anhand einiger Fragen zu der Rolle der TeilnehmerInnen im Unternehmen, zu Ihrer Erfahrung in Projekten oder auch zu ihrem Konflikttypus (Konsens, Kompromiss, Angriff, Aussitzen, Flucht), wie groß die Bandbreite der Erfahrungen, Meinungen usw. war, die es beim Thema zu berücksichtigen gilt.

Aber was ist ein Konflikt? Ein Konflikt ist nicht die Meinungsverschiedenheit oder unterschiedliche Ziele – vielmehr geht es immer um die emotionale Bewertung von Situationen, um Einstellungen und um das (scheinbar) Unvereinbare. Die emotionslose Lösung derartiger Herausforderungen ist häufig keine Lösung - vielmehr müssen und sollten die Emotionen in einem Konflikt bewusst zugelassen und betrachtet werden. Nur dann kann eine Akzeptanz erreicht werden und ein „verstecken“ hinter vordergründingen Sachargumenten wird vermieden. Herr Wagenhals erläuterte dies eindrucksvoll an diversen Beispielen.

Immer wenn Menschen mit einander interagieren, was in Projekten ja ständig der Fall ist, aber sich einer nicht wohlfühlt, ist die Grundlage für einen Konflikt gegeben. Wenn Gefühle oder Meinungen ungesagt bleiben, wird das irgendwann an die Oberfläche drängen und dann ggf als Konflikt zutage treten und dann vielleicht mit einer Wucht, die keiner versteht. Wenn es sich dann noch hochschaukelt, Unbeteiligte involviert werden und der eigentliche Konflikt nicht mehr im Mittelpunkt steht, dann ist die Eskalation eingetreten.

Die Signale dafür sind häufig die gleichen: Kontakte erkalten, es wird übereinander, statt miteinander geredet, negative Äußerungen häufen sich, Die Kommunikationsart wird formaler und kälter…

Herr Wagenhals erläuterte wie man dies erkennen kann und auch dass man erkennen sollte wie man sich dazu verhalten kann (nicht jeden Konflikt muss man sich aktiv zu eigen machen). Wichtig ist dass man sich klar macht dass der Konflikt besteht und dass man ihn auch mit geringen Maßnahmen (bspw. Fragen-stellen) beeinflussen kann. Daher ist man gut beraten, sich einen Eingriff bzw. die Art dessen gut zu überlegen.

Vor dem Eingriff sollte immer die (Schnell-)Diagnose stehen

  • Wie kam es dazu: was ist der Gegenstand des Konflikts?
  • Wer ist beteiligt?
  • Wie sind die Beziehungen untereinander?
  • Wie sind die Einstellungen der Beteiligten zum Konflikt?

Die sehr intensive Diskussion anhand eines realen Fallbeispiels zeigte die enorme Involviertheit aller Teilnehmer in derartige Situationen.

Instrumente zur Lösung wie bspw. Hypothesenbildung und die 5 goldenen Regeln für Eskalationen wurden im Anschluss noch kurz vorgestellt und mit ein paar wissenschaftlichen Erkenntnissen fundiert.

Die auch nach dem Ende der Veranstaltung andauernde Diskussion beim Imbiss und Wein zeigte das enorme Interesse der Teilnehmer, ebenso wie deren Wunsch das Thema in Zukunft noch einmal aufzunehmen, ggf. sogar in einem Workshop.

Wir, das pm-forum-augsburg, danken Herrn Wagenhals für diesen sehr gelungen Abend, und wir danken der Hochschule Augsburg in deren Räumen wir wieder einmal Gast sein durften.